Gewinnung von Biomaterialien und Biomaterialverarbeitung aus Blut
PZ-SOP-10
Freigabe
| Aktion | Rolle | Datum | Name | Unterschrift |
|---|---|---|---|---|
| Erstellt | PM/ QMV | 06.04.2023 | Franziska Weis | |
| Geprüft | Stellv. Leitung der Studienzentrale | 06.04.2023 | Valentina Puntmann | |
| Freigegeben | Leitung der Studienzentrale | 07.04.2023 | Eike Nagel |
2 Gewinnung von Biomaterialien 3
4 Voraussetzungen für Biomaterialgewinnung und Dokumentation 3
4 Ablauf der Biomaterialgewinnung und Dokumentation im Detail 3
6 Ablauf der Biomaterialverarbeitung und Dokumentation 4
1 Metainformation
1.1 Zweck
Diese Standard Operating Procedure (SOP) beschreibt das Verfahren bei der Biomaterialgewinnung und Verarbeitung.
1.2 Anwendungsbereich
Diese SOP ist für alle Prozesse in klinischen Prüfungen am Prüfzentrum mit Biomaterialgewinnung und –Verarbeitung anwendbar.
1.3 Verantwortlichkeiten
Der Prozesseigner ist für die korrekte Durchführung dieses Prozesses und für den Inhalt und die Aktualisierung dieser SOP verantwortlich. Er wird von der Leitung der Studienzentrale unterstützt.
Der QMV ist für die Prüfung und Aktualisierung dieser SOP im angegeben Rhythmus (QM-SOP-04 Lenkung von Dokumenten und Aufzeichnungen) zuständig.
Diese SOP muss von dem Prozesseigner und QMV auf Vollständigkeit, Korrektheit und Angemessenheit überprüft und von der Leitung der Studienzentrale freigegeben werden.
1.4 Adressaten
QMV der Studienzentrale des Instituts
Leitung der Studienzentrale
Stellv. Leitung der Studienzentrale
Projektmanager
Alle Mitarbeiter am Prüfzentrum der Studienzentrale des Instituts
1.5 Schulung
Wir verweisen auf die SOP HR-SOP-01_Schulungskonzept am Prüfzentrum.
1.6 Prozesseigner
- Projektmanager
1.7 Kennzahlen
Derzeit sind keine Kennzahlen festgelegt.
2 Gewinnung von Biomaterialien
Bei Studien mit Biomaterialgewinnung und Verarbeitung wird sichergestellt, dass der Patient entsprechend eingewilligt hat. Das gewonnene Biomaterial wird verarbeitet und prospektiv eingelagert.
Für die genauen Abnahmen der Primärgefäße (Volumen, Anzahl) verweisen auf die jeweilige Studie.
3 Vorgaben
Die Biomaterialgewinnung muss durch geschultes Personal unter Berücksichtigung der lokal gültigen Vorgaben gemäß dieser SOP erfolgen. Abweichungen von den hier folgenden Vorgaben führen nicht zum Studienausschluss des Patienten/Probanden, sondern werden als Abweichung auf dem Biomaterial Begleitschein dokumentiert .
Weiterhin zu beachten sind:
Einhaltung gängiger Hygienevorschriften
Geeignete Entsorgungsmöglichkeit für Kanülen, Tupfer, etc.
4 Voraussetzungen für Biomaterialgewinnung und Dokumentation
Etikettierte Primärgefäße mit Identifikationscodes
Auf einem Rack vorgesteckte, gelabelte Aliquotgefäße
studienspezifischer Biomaterial-Begleitschein mit Identifikationscode des Abnahmesets
Der Patient unterschreibt die Einwilligungserklärung der Studie (siehe SOP PZ-SOP-03 Informed consent):
Bereitstellung der etikettierten Primärgefäße(Blut)
Biomaterialgewinnung
Dokumentation der Biomaterialgewinnung
Dokumentation bei Einfrieren (Uhrzeit)
4 Ablauf der Biomaterialgewinnung und Dokumentation im Detail
Blutentnahme:
• Bereitstellung der Primärgefäße mit Identifikationscodes
• Ruhezeit in unveränderter Körperhaltung vor Blutentnahme: 5 Minuten
• Stauzeit < 1 Minute
• Abnahmestelle am Patienten/Probanden: Vena cubitalis
• Probenreihenfolge bei Blutabnahme: Serum, Citrat, EDTA
• Lösung der Stauung nach begonnener Blutabnahme, d.h. wenn Blutfluss ins Primärgefäß ersichtlich ist
• Kein wiederholter Faustschluss
• Sofortiges Schwenken bereits beim Wechsel der Primärgefäße
• Aufrechte Lagerung der Primärgefäße im Primärgefäß-/Röhrchenständer
• Aller Angaben zur Biomaterialgewinnung auf dem Biomaterial-Begleitschein
• Abweichung von der SOP auf dem Biomaterial-Begleitschein; abheften im Investigator Site File
• Übertragung der Dokumentation im eCRF
5 Biomaterialverarbeitung
Um die Probenverarbeitung und -lagerung durchzuführen, werden folgende Voraussetzungen benötigt:
Zentrifuge (gekühlt oder ungekühlt)
Kalibrierte Pipetten
Gefrierschrank -80°C mit Anschluss an Überwachungssystem und Ausfallsicherungskonzept (Not-Strom)
Studienspezifischer Ausgefüllter Biomaterial-Begleitschein zur Probengewinnung
Gewonnenes Biomaterial in etikettierten Primärprobengefäßen (DZHK Basis-/Studienspezifisches Sets)
Gelabelte und auf Rack vorgesteckte Aliquotgefäße
6 Ablauf der Biomaterialverarbeitung und Dokumentation
Die Biomaterialverarbeitung und Dokumentation muss durch geschultes Personal unter Berücksichtigung der lokal gültigen Vorgaben gemäß dieser SOP erfolgen. Abweichungen von den hier folgenden Vorgaben werden als Abweichung auf dem Biomaterial-Begleitschein und im eCRF dokumentiert.
Weiterhin zu beachten sind:
• Regelmäßige Arbeitsflächendesinfektion
• Einhaltung gängiger Hygienevorschriften
6.1 Probeneingang
Probeneingang im Labor zeitnah auf dem Biomaterial-Begleitschein quittieren.
Zentrifugation der Primärproben erfolgt nachdem der Probeneingang im Labor quittiert wurde:
Für die Zentrifugation der Primärproben muss eine der zwei folgenden Zentrifugationsarten genutzt werden: 2.000 g für 10 Minuten
Zentrifugationen : ungekühlte Zentrifuge bei Raumtemperatur (RT) erfolgen: Zentrifuge nach jedem Lauf abkühlen lassen.
Die Zentrifugationsart, der Zentrifugationszeitpunkt (Ende der Zentrifugation) sowie die Beschaffenheit jeder zentrifugierten Primärprobe (Blut: unauffällig, hämolytisch, ikterisch, lipämisch) werden auf dem Biomaterial-Begleitschein dokumentiert.
Aliquotierung der Überstände nach der Zentrifugation:
Aliquotierung von 300 µl-Portionen in entsprechende Aliquotgefäße
Verschluss der Aliquotgefäße.
Leere Aliquotgefäße entfernen.
Dokumentation der Aliquotierung und des Einlagerungszeitpunktes auf dem Biomaterial Begleitschein.
6.2 Einlagerung des Biomaterials
Studienspezifisch geregelt:
• Übertragung der Biomaterial-Begleitschein-Dokumentation im eCRF
• Lokale Dokumentation des Rack-Lagerortes, Rack ID und Studiencode.
• Lagerung des Racks am dokumentierten Lagerort.
6.3 Verarbreitungszeiten und Lagerung - Probenqualität
Die Dauer der Probenverarbeitung sowie die Lagerkonditionen nehmen einen wesentlichen Einfluss auf die Probenqualität. Hier muss studienspezifisch nach dem jeweiligen Protokoll/Anforderungen geprüft werden.
7. Verhalten bei Abweichung
Aufgetretene Abweichungen sind auf dem studienspezifischen Biomaterial-Begleitschein und im eCRF zu dokumentieren. Mindestens folgende Sachverhalte sind hierbei als Abweichung festzuhalten:
Blutgewinnung und Transport:
Stauzeit länger als 1 Minute
Probenreihenfolge (Serum, Citrat, EDTA) bei der Blutabnahme nicht eingehalten
Wiederholter Faustschluss
Kein sofortiges Schwenken beim Wechsel der Primärgefäße
Keine aufrechte Lagerung der Primärgefäße im Primärgefäß-/Röhrchenständer
Eine der Blutproben konnte nicht gewonnen werden.
Ein Filenote muss dementsprechend beim Patienten abgelegt werden.
4 Anhang
4.1 Mitgeltende Dokumente
| Nr. | Dokumenten ID | Dokumententitel |
|---|---|---|
| 1 | PZ-SOP-03 | Informed Consent |
| 2 | PZ-SOP-09 | Studienlabor Blutproben |
| 3 | HR-SOP-01 | Schulungskonzept am Prüfzentrum |
| 4 | QM-SOP-04 | Lenkung von Dokumenten und Aufzeichnungen |
| 5 | QM-LIS-04 | Dokumentations und Aufzeichnungsmatrix |
Die Versionen und das Gültigkeitsdatum der referenzierten Dokumente sind in der Dokumentations- und Aufzeichnungsmatrix dokumentiert.
4.2 Versionshistorie
| Version | Gültigkeitsdatum | Autor | Beschreibung der Änderung |
|---|---|---|---|
| 01 | 2023-04-14 | FW | Erste Version |